Edmund Leach - Leben

Nach dem Abschluss des Ingenieurstudiums der Elektrotechnik 1933 bewarb sich Edmund Leach bei Butterfield & Swire (heute Swire Pacific Limited), einer der damals führenden britischen Handelsgesellschaften in China. Er wurde angenommen und arbeitete zwischen 1933 und 1936 als "Engineer-in-Business" in China. Er reiste dort viel und kam im Rahmen seiner Arbeit unter anderem nach Peking, Schanghai, Tsingtao und Chongqing. 1936 lernte er in Peking auf einer Feier der britischen Botschaft den amerikanischen Psychologen und Hobbyanthropologen Kilton Steward kennen. Dieser überredete Leach, ihn bei einer Reise zu den Yami auf die Insel Botel Tobago zu begleiten. Die Reise auf die südlich von Taiwan gelegene Insel beeinflusste Leach nachhaltig und festigte seinen Entschluss, bei seiner Rückkehr nach England Anthropologie zu studieren. 1937 kehrte er nach London zurück und gab seine Stellung bei Butterfield & Swire auf. Über den neuseeländischen Ethnologen Raymond Firth gelangte er zum anthropologischen Seminar der London School of Economics (LSE), das zum damaligen Zeitpunkt von Bronislaw Malinowski geführt wurde. Edmund Leach unternahm 1938 im Rahmen seines Studiums eine Feldforschung im Irak, die er wegen der angespannten politischen Weltlage und der Sicherheitslage im Irak abbrechen musste. Angestoßen von Noel Stevenson, einem Teilnehmer des anthropologischen Seminars, unternahm er dann 1939 eine Forschungsreise zum Volk der Kachin nach Nordbirma. Seine neunmonatige Forschungsarbeit in den Sinlum Hills zwischen Oktober 1939 und Juni 1940 sollte Grundlage seiner Dissertation werden, aber bei der Flucht vor den anrückenden japanischen Truppen gingen die meisten seiner Unterlagen verloren. Über die Kontakte von Noel Stevenson gelangte Leach zur Armee und kämpfte die folgenden Jahre als Verbindungsoffizier im Untergrund gegen die japanische Armee, die Birma zu diesem Zeitpunkt besetzt hatte. Dabei halfen ihm besonders die Sprachkenntnisse, die er im Rahmen seiner Forschungsarbeit erworben hatte. 1954 verfasste Edmund Leach aus dem verbliebenen Forschungsmaterial und aus den Erkenntnissen seiner Militärzeit eine Abhandlung über die oszillierenden Gesellschaftsstrukturen der Kachin. Dieses Buch "Political Systems of Highland Burma" zählt heute zu den Klassikern der Politanthropologie. Leach war bis 1978 Professor an der University of Cambridge. Er wurde 1968 in die American Academy of Arts and Sciences und 1972 in die British Academy aufgenommen.


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