F 1 (Flottenbegleiter) - Einsatzgeschichte

Das Schiff gehörte zunächst zur 1. Geleitflottille in Kiel und dann zur 2. Geleitflottille, die später von Kiel nach Cuxhaven verlegte. Am 29. Oktober 1938 wurden die beiden Flottillen in Cuxhaven zu der Geleitflottille zusammengelegt, da immer eine große Zahl der Boote nicht einsatzbereit war. In Kiel wurden die Boote scherzhaft als die „Bahnhofsflottille“ bezeichnet, da immer eine große Zahl sich in der dem Hauptbahnhof gegenüberliegende Bauwerft am unteren Ende der Förde befand. Am 4. April 1939 stellte der Flottenbegleiter F 1 außer Dienst, um bei der Schichau-Werft in Königsberg umgebaut zu werden.Der Umbau zog sich bis 1941 hin. Erst am 23. Mai war F 1 wieder einsatzbereit, als das Boot bei der 25. U-Boots-Flottille in Gotenhafen als Torpedofangboot in Dienst kam. Schon Anfang Dezember 1941 begann in Kiel in der Bauwerft des Bootes ein weiterer Umbau. Neben einer routinemäßigen Werftliegezeit wurde das Boote bis April 1942 umbewaffnet und erhielt an Stelle des hinteren 10,5 cm-Geschützes einen 2-cm-Flak-Vierling 38.Am 19. April 1942 erfolgte die Umbenennung des nach Wilhelmshaven verlegten Bootes in Jagd und der Einsatz als Tender des Führers der Zerstörer, der bis zum Kriegsende dauerte. Der am 20. April 1942 zum Kommodore ernannte F.d.Z., Kapitän zur See Erich Bey, wechselte an diesem Tag auf die F 1 Jagd, mit der er am 9. Mai 1942 Wilhelmshaven verließ. In Swinemünde stieg er auf seinen Führerzerstörer Z 29 um. Vom 15. bis zum 17. Mai 1942 verlegte der Flottentender F 1 Jagd mit dem Schweren Kreuzer Lützow im Schutz der Zerstörer Richard Beitzen, Hans Lody, Z 27 und Z 29 von Swinemünde nach Kristiansand (Unternehmen Walzertraum). Vom 18. bis 20. Mai verlegte der Verband, verstärkt mit dem Torpedoboot T 15, weiter nach Trondheim. In der entgegengesetzten Richtung wurde der durch einen Torpedotreffer eines britischen U-Bootes beschädigte Kreuzer Admiral Hipper nach Deutschland zurückbegleitet.Das Boot verblieb bis Ende August als Büroschiff des F.d.Z. im Raum Trondheim und ging dann bis zum 4. September 1942 nach Aarhus und dann über Kiel und Cuxhaven in die Nordsee. Seit dem 18. September 1942 in Wilhelmshaven stationiert wurde es dort am 26. Februar 1943 bei einem britischen Luftangriff von einem Blindgänger getroffen und musste bis zum 8. Juni 1943 zu Reparaturen in die Werft. Am 12. Juni 1943 verlegte es über Wesermünde, Rendsburg, Kiel und Travemünde nach Swinemünde, seinem Hauptliegehafen bis zum Kriegsende. Es diente weiter als Stabsboot für den F.d.Z., der sich auch immer wieder auf dem Tender einschiffte. Auch verlegte der Tender häufiger im Ostseebereich. So lag er im Oktober/ November 1943 in Kopenhagen, Kiel und Rønne.Das Hauptkampfgebiet der Flotte verlegte sich 1944 in die östliche Ostsee und der Tender verlegte von Swinemünde im März nach Kiel und Rønne, im Juli nach Rønne und Gotenhafen, im Oktober nach Kopenhagen und Gotenhafen. Dort wurde im November 1944 die Fla-Bewaffnung nochmals verstärkt: die Jagd hatte zuletzt eine 3,7-cm-Doppellafette und ein vollautomatisches 3,7 cm-Einzelgeschütz, einen 2-cm-Fla-Vierling und zwei 2-cm-Fla-Doppellafetten sowie zwei 15-mm-Fla-MK. Die Jagd verlegte dann nach Aarhus, da der F.d.Z. auch als „Ältester Seebefehlshaber im Bereich der dänischen Inseln“ fungierte und der Schwerpunkt seiner Aufgaben sich auf die Sicherung der Geleite von und nach Norwegen verlegte.Die Jagd verblieb daher als sein Büroschiff weitgehend in Kopenhagen. Als Flaggschiff des F.d.Z., Vizeadmiral Leo Kreisch (1895–1977), dienten die Kreuzer Köln und Nürnberg. Ob der Tender F 1 Jagd am 4. Mai 1945 zu den letzten deutschen Schiffen gehörte, die Swinemünde räumten, erscheint zweifelhaft . Die am 5. Mai 1945 in Kopenhagen außer Dienst gestellte Jagd wurde Teil der Kriegsbeute der USA und diente dann bis 1947 bei der 5. Minenräumdivision des Deutschen Minenräumdiensts (GMSA) in IJmuiden. Als auf Druck der Sowjets die „German Minesweeping Administration“ (GMSA) aufgelöst werden musste, wurde der Tender F 1 Jagd an Frankreich ausgeliefert und dort – ohne in den aktiven Dienst zu kommen – abgewrackt.


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