Friederike Brion - Fortleben In Der Kunst

Das schwärmerische Interesse, das nach der Veröffentlichung der Liebesgeschichte im zweiten und dritten Teil von Goethes Dichtung und Wahrheit (1812/14) einsetzte, hat Friederike Brion nicht mehr erlebt. Anders dagegen Goethe: In seinem Aufsatz „Wiederholte Spiegelungen“ (1823) ging er auf den ihm zugespielten Bericht von einer Reise ein, die der Bonner Professor August Ferdinand Naeke auf der Suche nach Spuren der Sessenheimer Liebesgeschichte im Jahr zuvor unternommen hatte. Bei einer ähnlichen Reise im Jahr 1835 fand Heinrich Kruse, ein Student Naekes, bei der letzten noch lebenden Schwester Friederikes die vollständige Sammlung von Goethes und Lenzens „Sesenheimer Liedern“. Im weiteren Verlauf des 19. Jahrhunderts setzte ein regelrechter Friederiken-Kult ein, der diverse künstlerische und wissenschaftliche Werke hervorbrachte, in denen das Sesenheimer Idyll verklärt wurde. Empfindlich gestört wurde die Verklärung durch Gerüchte, wonach Friederike nicht die unschuldige Pfarrerstochter geblieben sei, als die Goethe sie geschildert hat, sondern ein oder mehrere uneheliche Kinder zur Welt gebracht habe. Sogar über ein Kind aus der Beziehung mit Goethe wurde spekuliert. Heftiger Widerspruch schlug dem Straßburger Goethe-Forscher Johann Froitzheim entgegen, als er diese Gerüchte in einer Reihe von Veröffentlichungen durch geschichtliche Quellen wissenschaftlich zu untermauern versuchte. Franz Lehárs Operette Friederike von 1928 basiert auf der Liebesbeziehung zwischen ihr und Goethe.


Diese Artikel könnten Dich auch interessieren:

★ Friederike Brion - Zusammenfassung ★ ★ Friederike Brion - Leben ★ ★ Friederike Brion - Fortleben In Der Kunst ★

Weitere Artikel →

This text is licensed under Creative Commons Attribution-Share-Alike License 3.0. See more / Authors