Herdecke - Infrastruktur Und Wirtschaft

In Herdecke leben relativ viele einkommensstarke Menschen. Die Stadt steht in Bezug auf ihre Einwohnerzahl landesweit an fünfter Stelle. 2001 lebten in Herdecke 39 „Einkommensmillionäre“ mit einem Jahreseinkommen von mehr als 500.000 Euro. Bei den vergangenen Gebietsreformdebatten wurde Herdecke vor allem wegen des hohen Einkommensteueraufkommens seitens der Stadt Hagen mehrfach als Eingemeindungskandidat gehandelt. Besonders der gebürtige Hagener Innenminister Willi Weyer setzte sich in den siebziger Jahren dafür ein.

Verkehr

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Schienen- und Busverkehr

= Herdecke hat im Schienenpersonennahverkehr zwei Stationen, den Bahnhof Herdecke und den Haltepunkt Wittbräucke, an der Bahnstrecke Düsseldorf-Derendorf–Dortmund Süd. Sie werden stündlich bedient; die Züge werden über die Volmetal-Bahn (RB 52) nach Lüdenscheid durchgebunden. Bis Ende 2016 begannen außerdem hier saisonal Museumszüge der RuhrtalBahn-Linie T nach Ennepetal-Kluterthöhle. Der heutige Bahnhof Hagen-Vorhalle hieß früher Herdecke, Herdecke Süd bzw. Herdecke Vorhalle.Es bestanden Planungen, die Volmetalbahn von Dortmund über Hagen nach Lüdenscheid als Stadtbahn zu führen. Die Stadtbahn nach dem Muster in Karlsruhe sollte direkt vom Dortmunder Hauptbahnhof über das Hagener Stadtzentrum bis in die Innenstadt von Lüdenscheid verkehren. 1997 wurde dazu ein Konzept zur Regionalstadtbahn Hagen vorgestellt, es wurde jedoch trotz des verkehrlichen Nutzens aus Kostengründen nicht verwirklicht. Der Ende des 19. Jahrhunderts errichtete Bahnhof Herdecke wurde im Zweiten Weltkrieg am 23. März 1945 bei einem Luftangriff zerstört und konnte erst 1960 wiederhergestellt werden. An den alten Bahnhof erinnert ein Schlussstein mit der Jahreszahl 1878, der in die Fassade des neuen Gebäudes eingemauert wurde. Nach der 2014 fertig gestellten Umgestaltung des Bahnhofsumfeldes befindet sich der Schlussstein nach Abbruch des Bahnhofsgebäudes von 1960 in der Stützmauer zwischen Vorplatz und Gleis 1. Neben modernen P&R-Anlagen auf beiden Seiten der beiden verbliebenen Bahnhofsgleise wurde ein neuer ZOB errichtet, um den Umstieg Bahn/Bus/Bahn zu erleichtern. Ergänzt entstand/entsteht z.Zt. ein neues Baugebiet „Alter Steinbruch“. Es gibt sechs Buslinien, die den Ort zum Teil mit benachbarten Städten verbinden: mit Witten (teilweise durchgebunden zur Ruhr-Universität Bochum), von Hagen über Herdecke zur Dortmunder Stadtgrenze mit Weiterfahrt nach Dortmund, Linien nach Wetter und zur innerörtlichen Erschließung (und Optimierungen, z.B. neuen Anschlüssen an den SPNV in Hagen-Vorhalle). Umgekehrt haben die Sparzwänge der öffentlichen Hand bereits zu erheblichen Ausdünnungen und teilweisen Taktbrüchen mit der Folge von Anschlussverlusten geführt. Für den gesamten öffentlichen Personennahverkehr gilt der Tarif des Verkehrsverbundes Rhein-Ruhr, teilweise auch der Verkehrsgemeinschaft Ruhr-Lippe und tarifraumüberschreitend der NRW-Tarif. Ein Bürgerbusverein betreibt mit ehrenamtlichen Fahrern (und einem durch das Land finanzierten behindertengerecht ausgestatteten Kleinbus) tagsüber mit mehreren Linien Verbindungen ergänzend zum Angebot des ÖPNV. Zudem führt eine Linie des Bürgerbusverkehrs aus der Nachbarstadt Wetter (Ruhr) zum Gemeinschaftskrankenhaus Westende. =

Straßen

= Durch das Herdecker Stadtgebiet führt keine Autobahn. Die Anbindung an das Fernstraßennetz erfolgt über die Anschlussstelle 88 Hagen-West der A 1 (E 37) und die Anschlussstelle 8 Dortmund-Süd der A 45 (E 41). Durch das Stadtgebiet verläuft die Bundesstraße 54.

Öffentliche Einrichtungen

In der Stadt ist das erste deutsche anthroposophisch geprägte Gemeinschaftskrankenhaus Herdecke (größter örtlicher Arbeitgeber) ansässig. Im Haus Ende bestand bis zum Ende des Zivildienstes in Deutschland eine Zivildienstschule.

Bildung

Herdecke verfügt über vier Grundschulen (GS Werner Richard, GS Hugo Knauer, GS Robert-Bonnermann, GS Schraberg,), eine Realschule (RS Am Bleichstein) sowie ein Gymnasium (Friedrich-Harkort-Schule). Des Weiteren gibt es die Städtische Musikschule und die Volkshochschule Witten-Wetter-Herdecke. Vom GKH Herdecke ging die Gründung der in der Nachbarstadt Witten angesiedelten privaten Universität Witten/Herdecke aus, deren Namensgebung die nach wie vor enge Beziehung verdeutlicht und Herdecke sehr bekannt gemacht hat. Allerdings führt diese Bezeichnung des Öfteren dazu, dass Herdecke irrtümlich als Stadtteil von Witten angesehen wird.

Hilfsorganisationen

Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft, Ortsgruppe Herdecke Deutsches Rotes Kreuz, Ortsverband Herdecke Freiwillige Feuerwehr Herdecke Johanniter-Unfall-Hilfe, Ortsverband Herdecke Technisches Hilfswerk, Ortsverband Wetter mit Zuständigkeitsbereich Wetter (Ruhr) und Herdecke

Medien

Über Herdecke werden Lokalausgaben der zur WAZ-Mediengruppe gehörenden Tageszeitungen Westfälische Rundschau und Westfalenpost produziert. Außerdem erscheinen wöchentlich die beiden kostenlosen Zeitungen Wochenkurier und Stadtanzeiger. Als Lokalradio informiert der kreisweite Sender Radio Ennepe Ruhr über die Geschehnisse in der Stadt. Im Fernsehen berichtet der WDR als Drittes Fernsehprogramm im Rahmen der Lokalzeit im Revier aus dem Studio Dortmund auch über Herdecke.

Ansässige Unternehmen

Größter Arbeitgeber der Stadt mit über 1000 Arbeitsplätzen ist das Gemeinschaftskrankenhaus Herdecke. Herdecke ist außerdem Standort mehrerer bundesweit bekannter Unternehmen. Das in Herdecke ansässige mittelständische Familienunternehmen Ewald Dörken AG (Mutterunternehmen der Dörken-Gruppe) stellt mit ihren eigenständigen Tochtergesellschaften Bauverbundfolien, Mikroschicht-Korrosionsschutz-Systeme, Bautenfarben und Pastensysteme her. Idealspaten ist eine Schaufel- und Spatenfabrik, die bereits zur NS-Zeit als Großlieferant des Reichsarbeitsdienstes bekannt war. Die Pharma-Zentrale/Dr. Poehlmann, Medizintechnik und Arzneimittel stellt unter anderem die Produkte Tai Ginseng und Voltax her. Im Steinbruch der Firma Grandi wird Ruhrsandstein gewonnen. Des Weiteren unterhält das Unternehmen Mark-E aus der Nachbarstadt Hagen das Cuno-Kraftwerk und die Essener RWE AG das Koepchenwerk in Herdecke. 2005 aufgegeben wurde der Standort Herdecke nach 30 Jahren von WestfaliaSurge, vormals Westfalia Separator beziehungsweise Westfalia Landtechnik, die als einer der weltweit größten Melkanlagen-Hersteller gilt.


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