Kaieteur-fälle - Geschichte

Der britische Geologe und Topograph Charles B. Brown bereiste von 1868 bis 1871 das meist unerforschte Hinterland von Britisch-Guayana. Brown war mit der exakten Vermessung der Flussläufe und geologischen Untersuchungen beauftragt. Am 24. April 1870 erblickte er in Begleitung einheimischer Führer aus der nahen Siedlung Cara-Cara als erster Europäer den Wasserfall und fertigte die nebenstehende Zeichnung an. Der Name des Wasserfalls wurde vom zugehörigen Fluss Kaieteur übernommen, an dessen Mündung sich bereits ein holländischer Militärposten befand, dessen Verwaltung aber keine Kenntnis vom Oberlauf des Flusses hatte. Nach einer Sage der Patamona-Indianer fand ihr Häuptling Kai im Wasserfall den Tod: sein Stamm wurde von kriegerischen Kariben attackiert, in seiner Not wandte sich Kai an den Geist Makunaima. Dieser forderte ein Opfer. Da bestieg Kai ein Kanu, mit dem er mit den Wassermassen in die Tiefe stürzte. Somit konnte er dem Land seines Stammes Frieden bringen.Im Jahr 1908 erforschte der deutsch-US-amerikanische Biologe Carl H. Eigenmann ebenfalls das Gebiet. In der Nähe der Kaieteur-Fälle liegt die Typlokalität des seltenen Minerals Potarit, das nach dem Fluss Potaro benannt ist.Der Wasserfall ist eine der bedeutendsten Sehenswürdigkeiten des Landes und Thema des Dokumentarfilms The White Diamond von Werner Herzog.


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