Otto Schimek - Leben

Schimek wurde als dreizehntes und letztes Kind von Rudolph und Maria Schimek, geb. Zsambeck, geboren. Die Familie lebte in großer Armut, die sich noch verschärfte, als der Vater im Jahr 1932 verstarb. Otto konnte nicht regelmäßig zur Schule gehen, weil der 7-Jährige seiner Mutter, einer Schneiderin, beim Verdienen des Lebensunterhalts für die zahlreichen Geschwister helfen musste. Laut seiner Schwester Elfrida Kajak ging Otto zwar jeden Sonntag mit seiner Mutter zur Messe, war aber als Kind nicht besonders religiös. Er hatte nicht viele Freunde, aber die Nachbarschaft der Familie in der Oberen Augartenstraße achtete Otto sehr und verabschiedete ihn herzlich, als er im Alter von nur 17 Jahren zur Wehrmacht eingezogen wurde. Er habe danach aber stets ein Kreuz auf seiner Brust getragen. Zuerst diente er in Bosnien, später im südlichen Polen. Seine Schwester berichtete nach dem Krieg, Otto habe ihr, als er 1943 oder Anfang 1944 auf Fronturlaub war, erzählt, dass er niemanden töten wolle und dass er über die Köpfe der Feinde hinweg geschossen habe. „Mein Gewissen ist rein“, habe Otto gesagt. „Ich werde niemanden erschießen. Diese Leute wollen, wie ich, nach Hause zurück. Dieser Krieg ist nicht christlich.“ Dieses Verhalten soll bald von den Autoritäten erkannt worden sein. Schimek sei verwarnt und später ins Gefängnis gesteckt worden. Es sei ihm die Flucht gelungen und er versuchte, nach Wien zurückzukehren. Irgendwo in der späteren Tschechoslowakei sei er aufgegriffen, verhaftet und heftig geschlagen, schließlich wegen Desertion vor ein Kriegsgericht gestellt worden. Es soll ihm eine letzte Chance gegeben worden sein. Die Wehrmacht soll ihn einem Erschießungskommando zugeteilt haben. Seine Aufgabe soll gewesen, eine polnische Familie aus der Gegend zwischen Tarnów und Dębica zu erschießen - Vater, Mutter und zwei Söhne, die dabei erwischt worden sein sollten, Essen für Polnische Heimatarmee gegeben zu haben. Otto habe den Auftrag mit der Erklärung verweigert, er werde in Hitlers Krieg nicht Unschuldige töten. Die Reaktion seiner Vorgesetzten sei sofort erfolgt, er sei sofort wegen Feigheit vor dem Feind und Fahnenflucht zum Tode verurteilt worden. Elfrida Kajak sagte später, Ottos Mutter habe, als das Todesurteil der Familie bekannt wurde, sofort ein Gnadengesuch in Berlin eingereicht, wo sie auch erwähnt, dass schon acht ihrer Kinder an Krankheit und Hunger verstorben waren. Aber es war zu spät. Wenige Stunden vor seiner Hinrichtung schrieb der 19-jährige Otto Schimek an seinen Bruder: Schimek wurde in den Morgenstunden des 14. November 1944 im Dorf Lipiny, südöstlich von Tarnów, hingerichtet. Der genaue Hinrichtungsort ist nicht bekannt. Angeblich wurde der örtlichen Bevölkerung erlaubt, seinen Leichnam zu bergen. Er soll im Friedhof von Machowa (einem Dorf zwischen Tarnów und Dębica) begraben worden sein, wo ein Grabstein an ihn erinnert.


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