Pala Di Castelfranco - Beschreibung

Das Gemälde ist eine Sacra Conversazione, die hier auf drei Personen, die keine geschlossene Gruppe bilden, reduziert ist. Es zeigt die thronende Madonna mit Kind und den heiligen Franziskus von Assisi (rechts) und Nicasius (links). Die Abgebildeten sind pyramidenförmig angeordnet. Der Heilige im Harnisch wurde früher als heiliger Georg oder heiliger Liberalis, Schutzheiliger Castelfrancos, angesehen. Matteo und sein Bruder Brutto Muzio waren Mitglieder des Malteserordens, dessen Standarte der heilige Nicasius trägt. Der Märtyrer Nicasius, der ebenfalls dem Malteserorden angehörte, starb 1187. Er wurde besonders in Messina, dem Geburtsort Tuzio Costanzos, verehrt. Hervorzuheben ist der Verzicht jeglichen Hinweises auf kirchliche Motivkonventionen und Feierlichkeit. Die drei Personen sind formal voneinander getrennt, jede in sich versunken. In dem intimen und meditativen Raum stehen die beiden Heiligen für Tapferkeit (Nicasius) und Frömmigkeit (Franziskus), und wenden ihren Blick dem gläubigen Betrachter zu. Der Heilige im Harnisch und die zerstörten Türme der Stadt über ihm erzählen vom Krieg, dem Überbringer von Schmerz und Tod. Giorgione löst sich so von der traditionellen Bildanordnung. Der Thron Marias steigt, die Mittelachse des Bildes betonend, unnatürlich hoch über den den heiligen Franziskus und Nicasius zugewiesenen Raum in die Landschaft empor, die einen guten Teil des Hintergrundes einnimmt. Der architektonische Raum geht unmittelbar über in die Natur. Die Farben des Thronaufbaus, dessen Grün sich gut von dem dunkelroten Hintergrund abhebt, steigern sich in feiner Abstufung. Das hellere Landschaftsgrün passt sich dem helleren Rot und Dunkelgrün von Marias Gewand (anstelle des traditionellen Blau) an und lässt eine räumliche Einheit von Innenraum und Landschaft entstehen. Der rote Samtvorhang trennt die beiden Ebenen der Bildkomposition, die Landschaft des menschlichen Lebens, der auch Maria mit Gottes Sohn angehören und den heiligen Bereich zu Füßen des Marienthrones. Maria und Kind sehen traurig und tief bekümmert zum Sarkophag aus Porphyr, dem symbolischen Grab mit Wappen Costanzos, und verbinden so die beiden Bildebenen. Der linearperspektivische Konstruktionsraum der frühen Renaissance wird hier aufgegeben, kommt aber noch in der perspektivischen Anordnung des Fußbodens zur Anwendung.


Diese Artikel könnten Dich auch interessieren:

★ Pala Di Castelfranco - Zusammenfassung ★ ★ Pala Di Castelfranco - Geschichte ★ ★ Pala Di Castelfranco - Beschreibung ★ ★ Pala Di Castelfranco - Rezeption ★

Weitere Artikel →

This text is licensed under Creative Commons Attribution-Share-Alike License 3.0. See more / Authors