Petruskirche (Obertürkheim) - Geschichte

In germanischer Zeit soll sich an der Stelle der Kirche eine germanische Kultstätte befunden haben. Die Ursprünge Obertürkheims könnten in alemannischer Zeit liegen. Das 1857 auf dem nahen Ailenberg gefundene Grab eines alemannischen Adligen belegt eine alemannische Nutzung der Umgebung. Auch Petrus als Kirchenpatron deutet auf eine mögliche alemannische Gründung der Kirche hin. Gleichwohl erscheint Obertürkheim erst im 13. Jahrhundert in den Urkunden, als es bereits (aus altcalwischem Besitz) in württembergischem Besitz gelangt war. 1285 wird erstmals eine Wallfahrtskapelle am Platz der heutigen Petruskirche erwähnt. Diese Kapelle war die Kirche für Obertürkheim und das benachbarte Uhlbach. Möglicherweise bestand schon zu jener Zeit eine eigene Pfarrei, spätestens im Verlauf des 14. Jahrhunderts gilt diese als gesichert. Die Kapelle wurde 1485 im Stil der Gotik vergrößert. 1490 erhielt der bisherige Filialort Uhlbach dann seine eigene Andreaskirche. Die Kirche zählte einst zum Bistum Konstanz. Die Obertürkheimer Kirche wurde 1549 reformiert. Dass dies erst 15 Jahre nach der Reformation in Stuttgart geschah, hat wohl mit dem Widerstand aus Konstanz zu tun. Das Patronatsrecht blieb bis ins frühe 19. Jahrhundert beim Domkapitel Konstanz, ab 1806 schlug dann das württembergische Konsistorium die Pfarrer vor, die vom württembergischen König bestätigt werden mussten. Der einstige Filialort Uhlbach wurde von 1635 bis 1653, also in Folge der Auswirkungen des Dreißigjährigen Krieges, nochmals von Obertürkheim aus betreut. Später war Brühl Filialort von Obertürkheim, bevor es 1923 nach Mettingen eingepfarrt wurde. Gleichzeitig wurden die evangelischen Bewohner von Rüdern, die bisher zur Kirchengemeinde in Sulzgries zählten, nach Obertürkheim eingepfarrt. Das Langhaus der Kirche wurde 1778 erneuert, wovon eine Inschriftentafel über dem (vermauerten) östlichen Eingang kündet. 1780 wurde der Friedhof um die Kirche neu angelegt. 1906 fanden gründliche Sanierungsmaßnahmen statt, 1934 wurde der Turm nochmals saniert. Im Zweiten Weltkrieg trug die Kirche zwar einige Schäden davon, blieb aber vor einer Zerstörung verschont. Beim Luftangriff vom 2. März 1944 wurde die Andreaskirche in Uhlbach zerstört und die Petruskirche beschädigt. Bereits einen Monat später war die Petruskirche wieder provisorisch repariert. In den letzten beiden Jahren des Zweiten Weltkriegs diente die Petruskirche auch als Gotteshaus für die katholische Gemeinde des Ortes, deren Holzkirche auch ein Kriegsverlust war. 1946 wurde die Petruskirche unter Denkmalschutz gestellt.Die einst im Westen des Langhauses eingezogene Orgelempore wurde 1950 mitsamt der Orgel entfernt und in die wiederaufgebaute Andreaskirche versetzt. Die Kirche wurde ab 1954 gründlich innen und außen renoviert und 1960 wiedereingeweiht. 1962 erhielt die Kirche eine neue Orgel. 1980/81 fand eine neuerliche Außensanierung statt.


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