Pickmans Modell - Inhalt

Die Geschichte spielt in Boston. Aus der Ich-Perspektive berichtet der Erzähler Thurber in häufig umgangssprachlicher Weise von beunruhigenden Erlebnissen mit Pickman, die ihn selbst zerrüttet haben. Zu Anfang des langen Monologs erklärt und rechtfertigt er gegenüber Eliot seine Abneigung, U-Bahnen zu nutzen und erklärt, er würde sich weigern, die Polizei zur abgelegenen Wohnung des Malers zu führen, deren Lage er sich ohnehin nur dunkel erinnere. Dort habe er „irgendein Ding“ gesehen – und könne seitdem auch keine Keller mehr betreten.In letzter Zeit besucht Thurber den genial begabten, wenn auch morbid veranlagten Künstler, dessen Stärke die Porträtmalerei war, immer häufiger. Stundenlang lauscht er den philosophischen Spekulationen, die abseitig genug sind, ihn ins „Irrenhaus“ einliefern zu lassen. Er erfährt, dass eine Urahnin Pickmans im Verlauf der Hexenprozesse von Salem gehängt wurde und Cotton Mather „mit salbungsvoller Miene“ dabei zusah.Thurber, der Pickman für einen „durch und durch genaue(n), ja fast wissenschaftlich vorgehenden Realisten“ hält, spricht von den „wahren Künstlern“ des Makaberen, Francisco de Goya, Gustave Doré und Johann Heinrich Füssli, dessen Nachtmahre einen erschauern lassen und vergleicht sie mit Pickman: „Es hat seit Goya wohl keinen anderen Maler gegeben, der es vermocht hätte, in ein Antliz den Ausdruck der schieren Hölle zu setzen.“ Das Bild „Ghoule beim Fraß“ sei ein fortschrittliches Werk, das vom Museum of Fine Arts hingegen nicht angenommen worden sei. Einige Zeit später führt Pickman den Erzähler im Halbdunkel durch ein Gewirr verfallener Gassen von North End zu einem abgelegenen Haus, in dessen Keller er seine Visionen malt, weil dort die Atmosphäre am dichtesten sei. Die Gestalten der Bilder sind grauenvoll: „Die ungeheure Abscheulichkeit, dieser namenlos seelenzermürbende Leichengestank… diese krankhafte pervertierte Phantasie ist mit menschlichen Worten nicht zu schildern.“Eine Studie heißt „Unfall in der Untergrundbahn“ und zeigt ein wimmelndes Rudel von Monstern, das aus einer Spalte nach oben kriecht und sich über den Bahnsteig ausbreitet, um die Fahrgäste zu verschlingen. Um Thurber sein eigentliches Atelier zu zeigen, führt ihn der Maler in den Kellerraum, in dem sich ein Brunnen aus dem 17. Jahrhundert befindet, und zeigt ihm einige noch unvollendete Bilder, die ebenfalls entsetzlich sind. Jäh enthüllt er ein Gemälde, auf dem eine höllische Vision zu sehen ist, die den Erzähler aufschreien lässt: „Eine grausenhafte Blasphemie, … ein verbotenes Ungeheuer“, das den Kopf eines Menschen verschlingt, wie ein „Kind, das sich an einer Zuckerstange gütlich tut.“ Plötzlich scheint es, als lausche der Maler gespannt und ängstige sich. Er zieht einen Revolver, verlässt den Raum und lässt Thurber zurück, der ein Quieken und Scharren hört und an riesenhafte Ratten denken muss. Kurz darauf vernimmt er ein seltsames Geklapper, einen unverständlichen Wortschwall und sechs Revolverschüsse, mit denen der bald zurückkehrende Pickman aufgedunsene Ratten vertrieben haben will. Die beiden trennen sich. Später findet Thurber eine alte Fotografie, die er bei Pickman unwillkürlich eingesteckt hat und die der Grund ist, warum er nicht mehr mit ihm sprechen wollte. Das Foto zeigt eben jene menschenverschlingende Kreatur – hier aber als wirkliches Modell, da es „eine Blitzlichtaufnahme nach dem Leben…“ ist.


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