Riddagshausen (Naturschutzgebiet) - Teichgebiet Riddagshausen

Das Teichgebiet wurde im 12. und 13. Jahrhundert in einer ausgedehnten Sumpf- und Bruchlandschaft von Mönchen des 1143 gegründeten Zisterzienserklosters Riddagshausen angelegt. Die Mönche begannen 1145, das Gebiet urbar zu machen. Dazu entwässerten sie es durch ein umfangreiches Grabensystem und legten 28 Teiche an, die sie zur Fischzucht nutzten. Von den Teichen sind elf heute noch vorhanden. Weitere Bereiche des entwässerten Gebietes wurden zur land- und forstwirtschaftlichen Nutzung kultiviert.Mit der Eingemeindung von Riddagshausen in die Stadt Braunschweig 1934 gingen die Ländereien an die Stadt. Im Jahr 1935 wurden Teichgebiet und Buchhorst an die „Hermann-Göring-Stiftung“ abgegeben, 1936 erhielt das Gebiet den Schutzstatus „Naturschutzgebiet“. Ab 1955 fielen die Flächen des Naturschutzgebietes, der Buchhorst und des Gutes Riddagshausen wieder an die Stadt zurück.Im Laufe der Zeit entwickelte sich eine naturnahe Teich-, Wiesen- und Waldlandschaft, die heute einen wichtigen Lebensraum für bedrohte Tier- und Pflanzenarten darstellt.Im Nordwesten des Naturschutzgebietes liegen mehrere größere Stauteiche sowie verschiedene Kleingewässer. Weitere Teiche befinden sich südöstlich von Riddagshausen. Die Teiche verfügen teilweise über Schwimmblatt- und Unterwasservegetation sowie Verlandungszonen und sind von unterschiedlich umfangreichen Röhricht- und Großseggenbeständen umgeben. Die Ufer der Teiche sind mit Gehölzen bestanden, darunter auch Bruchwaldflächen. Ebenso stocken Bäume auf den Dämmen zwischen den Teichen. Die Fischteiche werden zum Teil extensiv genutzt, darunter Kreuzteich, Mittelteich und Neuer Bleeksteich östlich sowie Lagesteich und Spitzer Teich südöstlich des Klosters. Die kleineren Teiche Wiedings- und Hopfenteich dienen als Aufzuchtteiche für Jungfische. Andere Teiche, wie der große, weiter östlich liegende Schapenbruchteich und die kleineren Teiche wie Schapen- und Reinertsteich, sind aus der Nutzung genommen und einer weitestgehend naturnahen Entwicklung überlassen.Das Teichgebiet mit seinen Röhricht- und Bruchwaldzonen ist wertvoller Lebensraum für zahlreiche Vogelarten. Daneben ist es ein wichtiger Rast- und Überwinterungsplatz für Zugvögel. An die Stauteiche schließen sich vielfach landwirtschaftliche Nutzflächen in Form von Grünland und Ackerflächen an. Nach Süden schließen sich ebenfalls landwirtschaftliche Nutzflächen, aber auch die Buchhorst an.

Schapenbruchteich

Der knapp 20 Hektar große Schapenbruchteich liegt im Nordosten des Teichgebietes. Er ist über einen Mönch mit dem Mittelteich verbunden. Ein weiterer Abfluss im nordwestlichen Teil des Gewässers mündet in einen Graben. Die Wassertiefe des Teiches beträgt maximal 1,4 Meter, durchschnittlich aber nur 0,8 bis 1 Meter. Trotz verschiedener Maßnahmen zur Verbesserung der Wasserqualität von Zuflüssen des Schapenbruchteiches (darunter die Renaturierung der Weddeler Grabenniederung und die Anlage eines Regenrückhaltebeckens nördlich des Teiches), verlandete dieser zunehmend.Im Winter 1995/96 wurde zur Verhinderung der Verschlammung des Teichs das Wasser abgelassen und kleinräumig Schlamm entfernt. Dies führte jedoch nur zu einer vorübergehenden Verbesserung der Situation. Daher wurde der Teich im Jahr 2003 saniert. Hierfür wurde das Wasser erneut abgelassen und rund 50.000 m³ Schlamm entfernt. Die verlandeten Uferbereiche wurden teilweise wiederhergestellt, wodurch eine Erweiterung der Wasserfläche und eine neue, buchtenreiche Uferlinie erreicht wurde. Ausgewählte Bereiche der Uferzonen und des Teichbodens blieben zusammen mit vorhandenen Tiefwasserbereichen unberührt, um so eine spätere Wiederbesiedelung des Teichbodens zu erleichtern. Gleichzeitig wurden Schilfbereiche entkusselt.Der Schapenbruchteich konnte sich nach der Sanierung zu einem naturnahen Stillgewässer mit ausgedehnten Röhrichtzonen und anschließendem Erlenbruchwald, der von Gräben durchzogen wird, entwickeln. Er wird nicht mehr bewirtschaftet.


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